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28. April 2010
Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS): Erweiterung des Akzeptanznetzes

EAPS

Die Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS) treibt den Ausbau ihres Netzwerkes weiter voran. Neu bei der EAPS ist die Teilnahmemöglichkeit der Akzeptanzsysteme für Händler (Acquirer), die nicht über ein an der EAPS beteiligtes Zahlungssystem teilnehmen können oder wollen. Insbesondere Acquirern in europäischen Ländern, in denen kein nationales Debit-Verfahren (mehr) existiert, bietet die EAPS die kostengünstige Abwicklung bilateraler Transaktionen am POS und an Geldautomaten beziehungsweise die Akzeptanz ihrer Karten bei den EAPS-Partnern in den einzelnen europäischen Ländern.

Insbesondere aber die Unabhängigkeit von den globalen Zahlungssystemen und deren technischen Einschränkungen sowie oft teuren Entgeltmodellen sind Anreize genug für eine Teilnahme bei der EAPS. Hinzukommen eine schnelle und technisch unkomplizierte Anbindung an das EAPS-Netz und Flexibilität bei der Abwicklung von Transaktionen.

Zudem werden auch Karten, die nicht mit dem Co-Branding der globalen Zahlungssysteme ausgestattet sind, innerhalb der EAPS akzeptiert. Dies ist ein Vorteil für den Handel und für alle weiteren Beteiligten. Das erhöht die Akzeptanzmöglichkeiten einer Vielzahl von europäischen Debit-Karten und steigert somit die Transaktionen für alle Beteiligten.

Für die potenziellen neuen Teilnehmer der EAPS bietet diese auch ein nutzbares, praxisorientiertes Entgeltmodell an. Der Kartenherausgeber kann von einem Acquirer außerhalb seines Zahlungssystems das gleiche Entgelt erwarten, das er von einem Acquirer innerhalb seines Systems erhält. Das EAPS-Modell, anerkannt auch durch die Europäische Kommission, stellt sich somit besser als die durch andere Kartenzahlungssysteme angebotenen Entgeltverfahren.

Die durch die europäischen Wettbewerbsbehörden abgesenkten multilateralen Standard-Interbankenentgelte im Fall von MasterCard führen zu Ungewissheit über die Stabilität multilateral festgelegter Interbankenentgelte und wirken kontraproduktiv. Zwar hat MasterCard die Standard-Interbankenentgelte für grenzüberschreitende Transaktionen zum 1. April 2010 weiter gesenkt, doch diese Praxis führt zu weiter sinkenden Entgelteinnahmen für die Kartenherausgeber in Deutschland – nicht für MasterCard. Die Bereitschaft, Investitionen – in die globalen Zahlungssysteme – zu tätigen, wird gehemmt.

Bedarf nach einheitlichen Standards
Die EAPS beschleunigt die praktische Umsetzung eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraumes (), wie ihn Europäische Zentralbank (EZB) und Europäische Kommission fordern. Bei der Vernetzung verschiedener europäischer Kartenzahlungssysteme entsteht der Bedarf nach einheitlichen Standards, von denen alle Beteiligten profitieren. Dazu zählen unter anderem Handel und technische Dienstleister. Dagegen benötigen globale Zahlungssysteme freie und offene Standards nicht in dem Maße, wie die sich neu etablierenden Zahlungssysteme und Kooperationsverbünde.

Einheitliche und offene Standards setzen Innovationen leichter, schneller und kostengünstiger um. Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, treibt innerhalb der deutschen Kreditwirtschaft und gemeinsam mit den europäischen Kooperationspartnern die europäische Standardisierung voran.
Innovationen zu fördern, Zahlungsverkehr innerhalb Europas kostengünstig zu betreiben – für Kreditinstitute und ihre Kunden - ist das Motto des VÖB.

Die weitere Entwicklung der EAPS
Da der grenzüberschreitende Kartenzahlungsverkehr im Vergleich zum inländischen Aufkommen dauerhaft marginal bleiben wird, findet der Wettbewerb zwischen den wesentlichen europäischen und globalen Zahlungssystemen innerhalb der wichtigsten SEPA-Länder statt. Parallel dazu gibt es Bemühungen, Akzeptanzpunkte der bisher überwiegend national ausgerichteten Kartenzahlungssysteme verstärkt im Ausland zu etablieren. Diese Freiheit erzeugt auch zwischen den EAPS-Partnern Wettbewerb und ist ausdrücklich erwünscht. Die EAPS zementiert keine nationalen Lösungen, sondern löst diese mittel- bis langfristig auf. Die SEPA fordert das Kartengeschäft in Europa heraus. Die EAPS hat hierfür die passende Antwort.

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